Skandinavien 2014 – Teil 3 (N) Sognefjord & Sognefjell

Sognefjord und Sognefjell

Dienstag, 02.09.2014

Welch eine im wahrsten Sinne des Wortes „berauschende“ Nacht! So idyllisch ein Plätzchen neben einem Wasserfall auch sein mag, neben einer Autobahn zu stehen ist lärmtechnisch nichts dagegen. Zu allem Überfluss hängen die Wolken heute Morgen tief, der obere Teil des Wasserfalls ist bereits komplett von Wolken umhüllt.

Myrkdalen

Tief hängende Wolken in Myrkdalen

Über die RV13 geht es weiter Richtung Norden über Myrkdalen und das Vikafjell zum Sognefjord. In Myrkdalen windet sich die Straße in vier Haarnadelkurven spektakulär an einer Steilwand empor, bei unserer Ankunft scheint das obere Ende bereits in den Wolken zu liegen.

Der Scheitelpunkt der Straße liegt im gut einen Kilometer langen Storehaugtunnel am Vikafjell auf gut 1.000 Metern Höhe. Hier bietet sich uns ein sagenhaftes Schauspiel von aus dem Tal aufsteigenden Wolken:

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Aufsteigende Wolken

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Noch über den Wolken

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Vikafjell

Die Abfahrt nach Vikøyri am Sognefjord bietet grandiose Ausblicke sowohl auf den Ort, als auch auf den Fjord. Mit einem stetigen Gefälle von etwa 8% und nur einer Haarnadelkurve verläuft die RV13 einer Panoramastraße ähnlich bis auf Meereshöhe.

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Vikoyri mit Sognefjord

Unterwegs gibt es dann noch eine kleine Überraschung: Auf einem kleinen Campingplatz neben der Straße steht das andere „Didimobil„, welches wir zwei Tage zuvor auf der Fähre von Dänemark nach Norwegen getroffen hatten. Es wird fröhlich gehupt und gewunken. Norwegen scheint klein zu sein.

Das andere Didimobil

Das andere Didimobil

In Vikøyri legt gerade ein altes Kreuzfahrtschiff ab. Irgendwie erinnert es an die Titanic, wenngleich es wesentlich kleiner ist, nur einen Schornstein hat und dieser auch noch gelb ist. Wir fahren ein Stück auf der Küstenstraße nebenher, bis diese an einem Fährterminal endet.

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Ein altes Kreuzfahrtschiff verlässt Vikoyri

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Parallelfahrt Straße – Wasser

Wir legen erneut eine Punktlandung hin: In dem Moment, in dem wir an die Autofähre kommen, beginnt der Beladeprozess. Nach uns kommt noch ein weiteres Fahrzeug, dann geht die Luke zu und wir legen ab. Schon das zweite perfekte Timing auf dieser Tour.

Auf dem Sognefjord

Auf dem Sognefjord

Die Fähre bringt uns in 20 Minuten von Vangsnes nach Hella, von wo wir dem Sognefjord weiter in östlicher Richtung bis Sogndal folgen. Hier biegen wir auf den Sognefjellsveien (Sognefjell-Straße, RV55) ab, dem wir bis nach Lom folgen wollen. Ein Hinweisschild zu einer alten Stabkirche hält uns davon ab, und so machen wir einen kleinen Abstecher nach Solvorn, von wo uns nach kurzer Wartezeit eine Autofähre über den Fjord nach Ornes bringt.

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Solvorn

Hoch über dem kleinen Ort Ornes thront die Stabkirche Urnes. Die aus dem 13. Jahrhundert stammende Kirche gilt als die älteste Stabkirche der Welt und ist seit 1979 UNESCO Weltkulturerbe.

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UNESCO-Weltkulturerbe: Die Stabkirche von Urnes

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Stabkirche, im Hintergrund der Lusterfjord

Wir entschieden uns gegen eine erneute Fährüberfahrt und fahren die kleine Küstenstraße entlang des Lusterfjordes, eines Seitenarmes des Sognefjordes. Nach ein paar unbeleuchteten, einspurigen Straßentunneln treffen wir in Skjolden wieder auf die RV55. Der Sognefjellsvejen ist die höchstgelegene Passstraße Nordeuropas mit dem Scheitelpunkt auf 1.434m über dem Meer. Gute zehn Kilometer muss das Didimobil daher im zweiten Gang bei einer 10%igen Steigung die Höhen erklimmen, was es anstandslos über sich ergehen lässt.

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Entlang der RV55

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Kleine Verschnaufpause

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Sognefjell-Straße

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Höchste Passstraße Nordeuropas

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Gletscher im Jotunheimen-Nationalpark

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Jotunheimen Nationalpark

Den Rest der Strecke überquert der Sognefjellsvejen das Sognefjell und bildet die Grenze zum Jotunheimen-Nationalpark.

In Lom am Ende der RV55 befindet sich eine weitere sehenswerte Säulen-Stabkirche, welche natürlich gleich besichtigt werden muss. Inzwischen ist es bereits wieder Abend, und so suchen wir uns einen kleinen Campingplatz in der Nähe von Otta.

Stabkirche in Lom

Stabkirche in Lom

Fazit des Tages: Knapp 350km in 12 Stunden. Das macht einen Schnitt von 29km/h, noch immer viel zu wenig, um rechtzeitig in Luleå zu sein. Aber Didi ist sich sicher, diese Zeit problemlos in Schweden wieder gutmachen zu können.

Campingplatz in der Nähe von Otta

Campingplatz in der Nähe von Otta