Schottland 2018 – Teil 1: Mit fünf Fahrzeugen nach Nottingham

Es werden immer mehr

Mittwoch, 04.04.2018

Es ist Anfang April, und wer die Touren des Didimobils regelmäßig verfolgt weiß, dass dies nur eins bedeuten kann: Saison-Auftakt in Nottingham mit anschließendem Roadtrip planlos durch Großbritannien. 😉

Der Chefkoch war letztes Jahr nach den Eishockey-Playoffs mit seiner Frau nach Schottland gefahren und hatte uns mit wunderschönen Fotos neidisch und ein wenig heiß gemacht, allerdings war das wohl auch eine ziemlich anstrengende, weil zeitintensive Tour, und dabei hatten die Beiden sogar ein paar Tage weniger Zeit als wir.

Dieses Jahr sollte bei uns der Termingott mitspielen und uns zeitlich die Möglichkeit geben, erst am zweiten Wochenende nach den Playoffs wieder nach Hamburg zurückkehren zu müssen, und so war die Entscheidung, Schottland zu bereisen, schnell getroffen. Der Feuerwehrmann und die Krankenschwester waren sofort dabei und konnten schnell ein befreundetes Ehepaar gewinnen, ebenfalls mit dem eigenen VW-Bus diese Reise anzutreten. Die Pinneberger waren begeistert von der Idee, und auch der Chefkoch war angetan, solange es in eine andere Gegend Schottlands ginge als dorthin, wo die Beiden letztes Jahr waren.

Die drei "Schottland-Fahrer" beim Start in Hamburg

Die drei “Schottland-Fahrer” beim Start in Hamburg

Langsam wurden die Planungen konkreter, doch leider mussten sowohl die Pinneberger, als auch der Chefkoch aus Termingründen die Tour absagen. Mit nach Nottingham wollten sie allerdings noch kommen, tourten beide jedoch vorher noch durch unterschiedliche Regionen auf dem europäischen Festland.

Um 11.00 Uhr möchte ich zu Hause starten, das Didimobil muss noch vollgetankt und gestaubsaugt werden und um 12.00 Uhr soll ich meinen Mitfahrer, den Doktor, abholen. Anders als sonst liege ich hervorragend im Zeitplan, das Didimobil ist bereits fast vollständig beladen und ich bin auf einem letzten Weg in meine Wohnung, um den Rest zu holen, als mich eine liebe Nachbarin “kurz” um technische Hilfe bittet. Aus dem “kurz” wird lang, es ist bereits zwanzig nach elf und ich eile in die Wohnung, schnappe mir eine von zwei Taschen und mache mich hastig auf den Weg. Unterwegs fällt mir dann zum Glück noch ein, etwas Wichtiges vergessen zu haben, und so hole ich schnell den Doktor ab, hetze mit ihm zurück zu mir nach Hause um dann eine Viertelstunde zu spät am vereinbarten Treffpunkt auf die anderen zwei Busse zu treffen.

Grenzgiraffe in Klazienaveen

Grenzgiraffe in Klazienaveen

Mit den Pinnebergern haben wir uns am Abend auf dem mir bereits bekannten Wohnmobilstellplatz an der Marina in Hattem bei Zwolle verabredet und wollen um 19.00 schön essen gehen, schließlich ist heute sein Geburtstag. Noch weiß er nichts von seinem Glück und wir hoffen, pünktlich anzukommen.

Der fast schon obligatorische Stau begleitet uns aus der schönsten Stadt der Welt hinaus, es ist bereits 14.00 Uhr durch, als wir endlich das Maschener Kreuz hinter und lassen. Per Walkie Talkie weist uns der Feuerwehrmann darauf hin, dass sein Navi in Bremen einen Stau vermeldet, was sich vor Ort als weniger dramatisch als angenommen erweist. Mit einer kleinen Pause am Autohof bei Cloppenburg erreichen wir gegen 17.45 die Grenzgiraffe bei Klazienaveen, der Urlaub beginnt und wir sollten halbwegs pünktlich in Hattem eintreffen.

Hattem

Hattem

Die Geburtstagsüberraschung ist halbwegs gelungen, war der Stellplatz doch bereits auf meinen Namen reserviert und die beiden Pinneberger lange vor uns angekommen. Dennoch ist es ein durchweg gelungener Abend, den wir jetzt zu acht in einer kleinen Bar mit toller Musik ausklingen lassen.

Deutsche Invasion

Donnerstag, 05.04.2018

Gute zwei Stunden dauert es von Hattem nach Hoek van Holland, die Fähre fährt um 14.15 Uhr. Um zwölf haben wir uns mit dem Chefkoch am Strand von Hoek van Holland verabredet, damit wir dann vollzählig mit fünf Fahrzeugen und zehn positiv Verrückten die deutsche Invasion Großbritanniens vorbereiten können.

Im Vierer-Konvoi kommen wir gut durch, selbst der obligatorische Stau um Utrecht bleibt heute aus, und so erreichen wir sehr pünktlich Hoek van Holland, wo wir an der uns bekannten, eigentlich sehr günstigen Tankstelle die Fahrzeuge noch einmal volltanken – für knapp 1,30€ pro Liter Diesel! :O

Beim Verlassen der Tankstelle treffen wir durch Zufall auf den Chefkoch und fahren gemeinsam zum Strand, wo uns eine ziemlich steife und kühle Brise erwartet. Wir setzen uns in eine geschützte Strandbar mit kleinem Tischfeuer und stäken uns bei einer Tasse Kaffee und einem kleinen Snack für die rund siebenstündige Überfahrt nach Harwich.

Wegweiser Hoek van Holland - Hamburg

431 Kilometer von zu Hause entfernt

Strandbaridylle trotz steifer Brise

Strandbaridylle trotz steifer Brise

Um 13.30 sind wir die Ersten an der Fähre, wirklich voll wird die Fähre heute auch nicht. Die vielen Trucker haben ihr eigenes Abteil, und somit wirkt das Schiff fast wie ein Geisterschiff. Wir machen es uns im vorderen Teil mit Blick auf die Nordsee bequem und vertreiben uns die Zeit mit Essen, Trinken, Kartenspielen oder einfach Faulenzen.

Ausfahrt aus Hoek van Holland

Ausfahrt aus Hoek van Holland

Harwich erreichen wir einigermaßen pünktlich, des Chefkochs Personalausweis ist ziemlich ramponiert und wir haben ein wenig die Befürchtung, die Briten könnten ihn damit nicht ins Land lassen. Die letzten Male scheint er sich jedoch nicht allzu sehr daneben benommen zu haben und er darf die Grenzkontrolle anstandslos passieren.

Am Supermarkt am Hafen holen wir uns noch etwas Bargeld mit der Queen drauf und begeben uns direkt ins rund zehn Kilometer entfernte Bradfield, wo wir am Stranger’s Home Pub and Campsite bereits im vorwege fünf Stellplätze inklusive Abendessen reserviert hatten. Der überaus freundliche Landlord erwartet uns bereits und erkennt mich sogar wieder. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, lasse ich mal offen. 😉

Stranger's Home Pub and Campsite, Bradfield

Stranger’s Home Pub and Campsite, Bradfield

Stranger's Home Pub and Campsite, Bradfield

The Stranger’s Home Public House, Bradfield

Das Essen ist klasse, das Bier schmeckt und wir sind mal wieder die Letzten, die den Pub verlassen – ein eindeutiges Anzeichen dafür, dass es allen gut gefallen hat. Wir werden sicherlich bei den nächsten Touren wiederkommen.

Und wieder nicht pünktlich

Freitag, 06.04.2018

Die Fahrt nach Nottingham ist langsam aber sicher Routine, wir wollen um 15.00 vor Ort sein und planen daher, um 10.00 loszufahren. Das Wetter ist kühl, aber trocken. Da die Pinneberger schon am Montagabend wieder die Fähre nach Hause nehmen müssen und es dem Chefkoch und dem Feuerwehrmann letztes Jahr an der Flatford Mill so gut gefallen hat, steuern wir auch dieses Jahr den historischen Ort an um dort ausgiebig zu frühstücken.

Flatford Mill, diesmal mit Hochwasser

Flatford Mill, diesmal mit Hochwasser

Am örtlichen Café können wir wunderbar draußen sitzen, und so vergeht die Zeit schneller, als uns lieb ist. Der ewige Verkehrsstau am Krematorium am Autobahnkreuz in Cambridge und eine weitere halbstündige Pause an der Autobahnraststätte in Peterborough tragen ihr Weiteres dazu bei, dass wir doch erst wieder nach 17.00 an unserem Stamm-Campingplatz Thornton’s Holt in Stragglethorpe ankommen.

Endlich in Nottingham angekommen

Endlich in Nottingham angekommen

Aus der geplanten heißen Dusche bei Ankunft wird leider nichts: In der Straße am Pub hat sich vor ein paar Stunden ein Wasserrohrbruch ereignet, und so gibt es derzeit kein Wasser. Man hofft jedoch, bis heute abend wieder fließendes Wasser in den neuen, sehr noblen Duschräumen anbieten zu können.

Da wir nur drei saubere Wasserflaschen auftreiben können und die mitgebrachten benutzen Flaschen leider aufgrund des fehlenden Frischwassers nicht auswaschen können, wird dieses Jahr nur die Hälfte an Mexikaner gemischt. Notfalls müssen wir halt morgen noch die anderen viereinhalb Liter anmischen.

Mexikaner

Halb so viel, doppelt lecker: Mexikaner

Da durch die Straßensperrung kein Bus fährt, rufen wir uns drei Taxis (für insgesamt zehn Leute), was auch die nächsten Tage mal mehr, mal weniger gut klappen soll. Ein Erlebnis ist es jedoch jedes Mal aufs Neue.

Den Abend verbringen wir in unserem “Stammpub”, dem Nottingham Legend’s, und treffen viele Eishockeyfreunde aus Nottingham und dem Rest von Großbritannien. Samstag und Sonntag stehen dann ganz im Zeichen des Eishockeys, Nottingham wird Dritter und der Erzrivale aus Sheffield gewinnt die diesjährigen Playoffs, was unsere Feierlaune nur sehr kurzzeitig unterbricht. 😉

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