Bulli-Ultras auf Herbsttour – Teil 3: Schweizer Alpenpässe

Hoch hinaus Ultras

Samstag, 21.10.2017

Bis um zehn Uhr gibt es Frühstück im Motel Gottardo Sud, es ist im Übernachtungspreis inbegriffen und könnte bei den schweizerischen Verpflegungspreisen die einzige erschwingliche Mahlzeit dieses Tages werden. Ganz wach sind wir noch nicht, als der Wecker um neun klingelt, aber was solls.

Ambri

Ambri

Wir verlassen das “verlassene Dorf” Ambri Richtung Norden. Der Junior würde sich gerne noch ein Floorball-Spiel in der Schweiz anschauen. Hier gibt es eine der größten Fanszenen Europas in dieser noch eher unbekannten Sportart. In Zuchwil bei Solothurn zwischen Bern und Basel findet heute abend ein Spiel statt. Wir verwerfen die Idee, über den Gotthard zurückzufahren und steuern einen westlicheren Kurs an.

Stattliche Häuser in Ambri, die meisten unbewohnt. Im Hintergrund das Gotthardmassiv

Stattliche Häuser in Ambri, die meisten unbewohnt. Im Hintergrund das Gotthardmassiv.

Juniors Mobiltelefon versorgt uns mit Musik; er benötigt dafür Strom aus dem einzigen Zigarettenanzünder des Didimobils, und so obliegt ihm heute ebenfalls die Navigation. Ich lasse mich überraschen, wäre ich doch über den Gotthard in Richtung Luzern gefahren.

Im Bedretto-Tal

Im Bedretto-Tal

Auch hier im Süden der Schweiz zeigt sich der Herbst von seiner schönsten Seite. Mangels Laubbäumen auf etwas über 1.000 Höhenmetern färben sich hier die Nadeln der Nadelbäume braun und gelb. Ein Naturschauspiel, welches uns bislang noch nicht bekannt war.

Herbstliche Nadelbäume

Herbstliche Nadelbäume

Vor uns liegt der Passo Novena, zu deutsch Nufenenpass. Die Straße beginnt steiler anzusteigen, das Didimobil schnauft im zweiten Gang den Berg hinauf. Vor uns liegt ein dunkles Felsmassiv mit ersten Schneefeldern. Vielleicht schaffen wir heute eine Schneeballschlacht?

Schnee

Schnee

Die Landschaft hier oben ist karg, es weht ein kalter Wind. 2.478 Meter hoch ist der Pass, nur rund 30 Meter niedriger als der Großglockner, der bisher höchste Punkt in den Alpen, an dem das Didimobil bereits war.

Blick zurück auf die Südrampe des Nufenenpasses

Blick zurück auf die Südrampe des Nufenenpasses

Passo della Novena/Nufenenpass

Passo della Novena/Nufenenpass

Vom Scheitelpunkt des Nufenenpass aus hat man einen wunderbaren Blick auf das Jungfraumassiv im Westen und auf den Griesgletscher im Südwesten. Das Restaurant auf der Passhöhe hat schon den Betrieb eingestellt, zwei Wochen nach unserer Überquerung wird der Pass bereits für den Winter gesperrt sein.

Didimobil mit Blick auf das Jungfraumassiv

Didimobil mit Blick auf das Jungfraumassiv

Griesgletscher

Blick zum Griesgletscher

In zehn Serpentinen schlängelt sich die Passstraße auf der anderen Seite des Nufenenpasses hinab nach Ulrichen ins Goms, bald ist wieder die Baumgrenze erreicht. Aus dem Augenwinkel erspäht Didi eine Hängebrücke, die sogleich erkundet werden muss. Die Bodmer-Brücke scheint im Jahr 2000 erbaut worden zu sein und überquert einen parallel zur Straße verlaufenden Gebirgsbach.

Hinab ins Goms

Hängebrücke

Ganz schön wackelig

Von Ulrichen aus geht es entlang der jungen Rhone nach Oberwald, von wo die Furkastraße abzweigt, welche parallel zur historischen Furka-Bahn hinauf bis nach Gletsch ansteigt.

Oberwald

Oberwald

Furkastrasse

Furkastrasse

In Gletsch zweigt der Grimselpass von der Furkastrasse ab, welche über den Furkapass – mit dem berühmten Hotel in einer der Serpentinen – zurück nach Andermatt am Nordhang des Gotthard führt. Wir erklimmen den Grimselpass, von dem sich tolle Blicke in das Tal der Rhone sowie auf den Furkapass bieten. Den Rhonegletscher, Ursprung des gleichnamigen Flusses, kann man von hier jedoch nicht erspähen.

Blick zurück ins Tal der erst wenige Kilometer jungen Rhone

Blick zurück ins Tal der erst wenige Kilometer jungen Rhone

Furkapass mit Belvedere Hotel

Blick auf den Furkapass mit Belvedere-Hotel

Auf der Passhöhe auf 2.164 Metern gibt es ein Murmeltier-Gehege. Junior sagt, er habe eins gesehen, für mich bleiben diese Tiere nach wie vor Legenden. Genau wie Elche oder Schweinswale.

Grimselpass

Grimselpass

Auf der anderen Seite des Grimselpasses, welcher ebenfalls zwei Wochen nach unserer Überquerung für den Winter gesperrt werden wird, liegen die beiden Stauseen Grimselsee und Räterichsbodensee, die milchig grau-grünlich daherkommen. Kontinuierlich fällt die Straße hinab ins Aare-Tal, für die sehenswerte Aare-Schlucht fehlt uns leider ein wenig die Zeit – und auch das Wetter hat sich inzwischen deutlich abgekühlt und bewölkt.

Nordwest-Abfahrt vom Grimselpass mit Räterichsbodensee

Nordwest-Abfahrt vom Grimselpass mit Räterichsbodensee

Unterwegs kommen wir am 140 Meter hohen Oltschibachfall vorbei, bevor wir entlang von Brienzersee und Thunersee weiter Richtung Bern fahren.

Oltschibachfall

Oltschibachfall

Thunersee

Thunersee

Uferstraße am Thunersee

Uferstraße am Thunersee

Die Berge haben wir nun hinter uns gelassen, durch kleinere Orte und Berner Vororte geht es zügig nach Zuchwil bei Solothurn, wo wir die Sporthalle gegen 17 Uhr erreichen. Wir suchen uns einen Supermarkt und besorgen uns etwas Pesto und einen Sixpack “Quöllfrisch”, eines der leckersten Schweizer Biere, die wir kennen. Auf dem Parkplatz vor der Sporthalle kochen wir uns Nudeln, bevor wir uns gestärkt das Floorball-Spiel des SV Wiler-Ersigen gegen Waldkirch-St.Gallen anschauen. Die Gastgeber (und gleichzeitig “unser” Verein) gewinnen das Spiel deutlich mit 12:3. Morgen werden beide Mannschaften in einem Pokalspiel erneut aufeinandertreffen. Welch Zufall. 😉

Floorball-Spiel SV Wiler-Ersingen gegen Waldkirch-St.Gallen

Floorball-Spiel SV Wiler-Ersingen gegen Waldkirch-St.Gallen

Inzwischen hat es angefangen zu regnen. Eine gute halbe Stunde entfernt von Zuchwil finden wir auf einer Kürbisfarm einen tollen Wohnmobilstellplatz für die Nacht, 17,-€ bezahlen wir für den Stellplatz, Strom und Dusche. Der Campingplatz ganz in der Nähe der Halle wollte 75,-€(!) haben… . Bei einem leckeren Quöllfrisch lassen wir den letzen Abend in der Schweiz ausklingen.

Eines der besten Biere der Schweiz: Quöllfrisch ♥

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.