JUGENDEINRICHTUNGEN DURCH SPARZWANG GEFÄHRDET

Die anstehenden Haushaltsberatungen verdeutlichen einmal mehr, wie unerwünscht Kinder und Jugendliche in Reinbek sind. Sowohl die einzige städtische Jugendeinrichtung in Reinbek-Stadt, der TREFF am Ladenzentrum, als auch das Courvoisierhaus (Haus der Jugendverbäde) in der Schulstraße 15 sollen für den Ausgleich des Haushaltslochs von über drei Millionen Euro herhalten.

Im TREFF wird zu Beginn der Sommerferien eine von zwei Mitarbeiterstellen zugunsten einer neuen Schulsozialarbeiter-Stelle wegfallen, während der verbleibende Mitarbeiter vorrangig "aufsuchende Jugendarbeit" im Stadtteil betreiben soll. Dies bedeutet einen Wegfall der bisherigen Kursangebote insbesondere für Kinder bis 14 Jahren. Dies ist ein harter Schlag, zumal das von der AWO geführte Jugendzentrum am Schloß (JuZ) seit Beginn dieses Jahres geschlossen ist und in Zukunft mit einem Jugendcafé-Konzept in erster Linie ätere Jugendliche (16+) ansprechen wird. Begründet wird die Entscheidung mit einem "massiven Besucherrückgang", welcher jedoch von den Mitarbeitern des Jugendzentrums auf die heißen Sommermonate zur¨ckzuführen sei. Seit den Herbstferien sei das Jugendzentrum entgegen den Aussagen der Verwaltung sogar wieder gut besucht und die Kursangebote bis auf den letzten Platz belegt. Mit dem Wegfall des Kursangebotes und der unvermeidbaren Verkürzung der Öffnungszeiten ist ein Besucherrückgang zu erwarten, so daß es ncith verwunderlich wäre, wenn der TREFF dann zum Jahresende aufgrund "mangelnder Besucherzahlen" gänzlich verschwinden würde.

Während weder Konzepte für die neue Schulsozialarbeit, noch für die zukünftige Arbeit in der Jugendfreizeitstätte TREFF existieren, scheint der Verkauf des C-Hauses bereits beschlossene Sache zu sein. Ein Antrag der SPD-Fraktion, das zentral gelegene und von mehreren Jugendgruppen, darunter zwei Bands und mehrere Kinder-/Jugendgruppen, genutzte Haus zu verkaufen, ist trotz massiver Proteste und fundierter Argumente der Benutzer sowohl vom Finanzausschuß, als auch vom Jugend-, Sport- und Kulturausschuß bereits beschlossen worden. Die Bedingung, vor dem Verkauf unbedingt adäquate alternative Nutzungsräme für die Nutzer zu finden, scheint aussichtslos. Der Jugendbeauftragte der Stadt Reinbek, Ulrich Gerwe, lobte die Existenz dieses Gebäudes vor einem Jahr in seinem Jahresbericht 2002 noch in höchsten Tönen:
"[...] konnte durch Umdisponierungen ein Raum im Dachgeschoss des Courvoisierhauses frei gemacht und [der Hip Hop-Band] zur Verfügung gestellt werden. Dort haben sie die Möglichkeit, sich unabhängig von offiziellen Öffnungszeiten selbstbestimmt zu treffen und Musik zu machen."

Weiter heißt es in dem Bericht:

"Immer wieder gibt es Nachfragen für die Nutzung von Musik-Übungsräumen, die über die Kapazitäten im Courvoisierhaus nicht gedeckt werden können."

Somit ergibt sich offensichtlich bereits heute ein Mangel an geeigneten Räumlichkeiten. Durch den Verkauf des C-Hauses (oder irgendeiner anderen Immobilie) wird weder die Haushaltssituation entlastet, da die fehlenden Gelder so im nächsten Jahr wiederauftreten (Häuser kann man nur einmal verkaufen...), noch wird dem Mangel entgegengewirkt.

Die Jugendgruppen aus dem C-Haus haben bereits Protestaktionen angekündigt. Ich hoffe, daß diese von den verantwortlichen Politikern nicht nur zur Kenntnis genommen werden, sondern ihnen endlich die Augen öffnen, denn die Jugendlichen Reinbeks sind die letzten Schuldigen für die finanzielle Misere, in der sich die Stadt zur Zeit befindet.