WEITERES FACHMARKTZENTRUM AN DER GUTENBERGSTRASSE BESCHLOSSEN

Jetzt ist es amtlich: Was vor drei Jahren mit der Planung eines neuen Fachmarktzentrums "auf der grünen Wiese" im neu errichteten Gewerbegebiet Haidland (an der K80-Auffahrt Schönningstedt) begann könnte jetzt unwiderruflich zur Schließung des Nahversorgungszentrums am Täby-Platz führen.

Nachdem im Jahre 2002 ein Gutachten erschienen ist, welches ein Fachmarktzentrum mit 7.500mē Verkaufsfläche (das ist etwas weniger als die Häfte des Wal*Mart-Supercenters in Oststeinbek) auf dem jetzigen Gelände der Firma Michaelis an der Gutenbergsträße vorsieht, war insbesondere zur Kommunalwahl Anfang 2003 von der Politik immer wieder auf die Gefahr für den Fortbestand des dringend renovierungsbedürftigen Nahversorgungs- zentrums und Wochenmarktes am Täby-Platz hingewiesen worden.

In namentlicher Abstimmung haben nun 22 von 33 Stadtverordneten am 30.10.03 der Errichtung dieses Fachmarktzentrums mit großflächigem Lebensmittel- markt zugestimmt, obwohl ihnen Schreiben der Eigentümer und Investoren des Täby-Platzes vorlagen, in denen wiederholt darauf hingewiesen wurde, daß keinerlei Investitionen erfolgen werden, wenn das Michaelis-Grundstück bebaut wird.

Das Abstimmungsergebnis:

Hier wird deutlich, wie lange die Halbwertszeit von Wahlversprechen insbesondere der etablierten Parteien in Reinbek ist. Während CDU und SPD noch im Frühjahr wähler davon überzeugt hatten, daß sie "Für den Erhalt des Täby-Platzes" eintreten (CDU) oder "Gegen ein Fachmarktzentrum im Haidland" (SPD) sind, sind es genau diese Abgeordneten gewesen, die jetzt das Schicksal des Täby-Platzes besiegelt haben. Die GRÜNEN haben sich bereits im Wahlkampf für eine Michaelis-Variante ausgesprochen, Forum21 schon immer dagegen und für den Erhalt des Täby-Platzes, und die FDP ist von Anfang an für den Erhalt des Täby-Platzes eingetreten. Diese drei kleineren Parteien sind auch jetzt ihrer Linie treu geblieben.

Bei der SPD, die schon immer Befürworter des Michaelis-Standortes war, haben sich immerhin fünf von neun Abgeordneten an ihr Wahlversprechen, die Weichen für eine Modernisierung des Täby-Platzes zu stellen. Nicht so bei der größten Fraktion im Reinbeker Stadtparlament. Die CDU hat bis auf eine Ausnahme wenig Interesse am Fortbestand des wohnortnahen Einkaufens am Täby-Platz gezeigt und dementsprechend die Michaelis-Bebauung befürwortet. Einzig der Fraktionsvorsitzende Hans-Helmut Enk hat erkannt, daß es eben seine Partei war, die bereits die Innenstadt von Reinbek in den 80er Jahren durch den Bau des CCR (heute Klostermarkt) fü den Einzelhandel zerstört hat. Sein Mut, für das Wahlversprechen "Erhalt des Täby-Platzes" einzutreten, wurde von den anwesenden BürgerInnen durch großen Beifall anerkannt.