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FADENSCHEINIGE ARGUMENTE GEGEN EINKAUFSSTANDORT IN SCHÖNNINGSTEDT Die Einwohnerversammlung zum Thema Nahversorgungszentrum in Schönningstedt (siehe auch Artikel "Baut ALDI in Schönningstedt?") am 21.10.2004 in der Begegnungsstätte Neuschönningstedt zeigte, wie sehr die Reinbeker Bevölkerung gegen die geplante Ansiedelung eines Discounters an der Glinder Straße südlich der Einmündung der Königstraße ist. Gegner des Vorhabens gab es viele, die wenigen mutigen Befürworter wurden schnell mundtot gemacht. Doch ist das wirklich die Meinung aller ReinbekerInnen? Nachdem die Planung von Seiten des Investors kurz dargestellt wurde, eröffnete Bürgervorsteher Lothar R. Zug die Bürgerdiskussionsrunde. Hier zeigte sich, daß von den etwa 150 anwesenden Bürgerinnen und Bürgern ein Großteil der Bürgerinitiative gegen die Bebauung angehört. Herr Wahle, Initiator des Bürgerbegehrens für den Erhalt der landschaftlichen Freiflächen zwischen den Stadtteilen, trat sehr energisch auf mit dem Argument, zeitgleich mit einem ALDI-Markt würde das gesamte Areal des Holzvogtlandes mit bebaut werden, was zur Zeit jeder Grundlage entbehrt. Als Argument führte er ebenfalls an, daß er seit über 30 Jahren in Reinbek wohne und keine Veränderung wünsche. Die Einwände einer äteren Einwohnerin Schönningstedts, daß mit dem ALDI-Markt endlich auch eine für Nicht-Autofahrer erreichbare Einkaufseinrichtung geschaffen werde, wurde durch verschiedendste, größtenteils nicht haltbare Argumente in Grund und Boden geredet. Beispiele:
Das Holzvogtland - das ist der Acker zwischen Reinbek und Schönningstedt gegenüber der Schönningstedter Mühle - ist eine schützenswerte Grünfläche und diene der Naherholung. Wenn dort auf einem verschwindend kleinen Gebiet ein Supermarkt gebaut werde dauere es nicht lange, bis das komplette Gebiet mit Wohnungen bebaut ist. FALSCH Es gab bereits mehrere Bürgerbegehren, die deutlich die Meinung der Reinbeker gezeigt hat, dort in der geographischen Mitte der Stadt Reinbek KEINE Wohnbebauung hinzusetzen. Stattdessen sind einzelne kleinere Neubaugebiete in Schönningstedt (Kornblumenring), Ohe (Nachtigallenweg) und in Neuschönningstedt (Allensteiner Weg ("Kirschenhof")) entstanden. Weiterer Wohnraum soll in naher Zukunft in Neuschönningstedt auf dem BRAAS-Gelände entstehen - eingerahmt von K80, A24 und einer Kieskuhle. Die Bebauung des Holzvogtlands steht zur Zeit außer bei der Bürgerinitiative absolut nicht zur Diskussion. Das Einkaufszentrum am Grenzweg lebt von den Neuschönningstedtern, die dort noch regelmäßig einkaufen. Sollte in Schönningstedt ein 800m² ALDI-Markt entstehen, so würden sämtliche Neuschönningstedter dort einkaufen. FALSCH Richtig ist, daß etliche Neuschönningstedter - besonders diejenigen südlich der Möllner Landsträße - zum Einkaufen nach Schönningstedt fahren würden. Falsch ist jedoch die Annahme, daß diese jetzt ausschließlich im EKZ Neuschönningstedt einkaufen. Das EKZ Neuschönningstedt besticht durch den Charme der 60er Jahre ähnlich des Täbyplatzes. Einziger Kundenmagnet dort ist ein 200m²-SPAR, welcher ein sehr begrenztes Warenangebot aufgrund der beschränkten Größe hat. Hinzu kommt das Problem, daß die Nachbarstadt Glinde für Autofahrer - besonders aus dem südlichen Ortsteil - wesentlich besser erreichbar ist als das Einkaufszentrum am Grenzweg (fehlende Straß, "falsche" Einbahnstraßenregelung). Ein ALDI-Standort in Schönningstedt würde somit lediglich diejenigen Neuschönningstedter anlocken, die bisher mit dem Auto zu ALDI nach Glinde oder zur Kampstraße fahren. Sollte in Schönningstedt ein Nahversorgungstzentrum entstehen, so würde das - durch die sehr zentrale Lage - erhebliche Auswirkungen auf die bisher bestehenden Einkaufsmöglichkeiten Stadtmitte (Minimal) und den Täbyplatz (Edeka, ALDI) haben. Außerdem würde es sich negativ auf die geplanten Einzelhandels- und Fachmarktzentren auf dem Michaelis-Gelände (siehe Artikel) und auf dem Gelände der Firma Dobberkau (siehe Artikel) auswirken. FALSCH Der Standort Schönningstedt soll einen ALDI-Markt (als Ersatz für die Filiale an der Kampstraße) und einen Frischemarkt beinhalten. ALDI befindet sich zur Zeit in der Kampstraße und somit nur halb so weit von Reinbeks Stadtmitte entfernt wie die neue Planung in Schönningstedt. Das Einzugsgebiet für den neuen Markt sind hauptsächlich Prahlsdorf (wo sich ALDI heute befindet), Schönningstedt, Krabbenkamp, Ohe, Büchsenschinken und Neuschönningstedt sowie die Gemeinden Wohltorf und Aumühle. Die Einwohner dieser Ortsteile und Gemeinden fahren bereits heute an dem geplanten Standort vorbei, um den ALDI-Markt in der Kampstraße aufzusuchen oder kaufen eben nicht bei ALDI ein und fahren dann in die Stadtmitte. Der Täbyplatz ist von Schönningstedt fast nicht zu erreichen. Bevor also ein Kunde aus den o.g. Stadtteilen zum Täbyplatz gelangt, muß er einmal quer durch die gesamte Stadt fahren und kommt unterwegs an ALDI-Kampstraße und der Stadtmitte vorbei. Wenn er die nördliche Route wählt kommt er an Famila, dem geplanten Fachmarktzentrum Michaelis (7.500m²) und dem zur Zeit entstehenden ALDI-Markt an der Gutenbergstraße an der K80 vorbei. Kein Grund also, bis zum Täbyplatz zu fahren - und das tun die wenigsten bereits heute. Michaelis und Dobberkau werden gefährdet. Das ist richtig und auch gut so, denn wie bereits in dem Dobberkau-Artikel (siehe HIER) berichtet, suchen sich potentielle Einköufer immer den kürzesten Weg, und dieser führt zweifelsohne für die meisten Kunden quer durch Prahlsdorf und die ohnehin schon überlastete Schützenstraße. Mit der Errichtung eines Nahversorgungszentrums in Schönningstedt wird das Holzvogtland lediglich an einer Stelle im Norden "angeknabbert", dies ist jedoch für die Lebensqualität in gesamt Reinbek von Vorteil. Die Wege zum nächsten Discounter verringern sich für viele Reinbeker deutlich. Das geplante Vorhaben liegt auf der Verbindungsachse Autobahn (K80 Richtung A 24 Hamburg-Berlin, demnächst sogar bis zur A1 Hamburg-Lübeck) - Reinbek - Aumühle - Geesthacht, wobei die Glinder Straße in der Lage ist, noch mehr Verkehr aufzunehmen. Potentielle Kunden auf der "Durchreise" können hier problemlos abgefangen werden und zum Einkaufen auf Reinbeker Stadtgebiet ermuntert werden. Dies ist auf dem abseits gelegenen Michaelis-Gelände nicht der Fall und bei Dobberkau erst recht nicht. Reinbeker, die sich einkaufstechnisch bereits jetzt nach Glinde orientieren, könnten aufgrund der kürzeren Wege dazu bewegt werden, ihr Geld lieber in Reinbek zu lassen. |