VOM BAHNHOF ZUR HALTESTELLE - DER NEUE REINBEKER BAHNHOF

Es scheint sich was zu tun am Reinbeker Bahnhof: Die Deutsche Bahn AG hat Anfang Oktober signalisiert, daß der lange geplante Umbau des Reinbeker Bahnhofs noch in diesem Jahr beginnen kann. (Update 20.03.05: Der Umbaubeginn ist von offiziellen Seiten der Bahn jetzt für Oktober 2005 angesetzt und bestätigt worden, Abschluß der Bauarbeiten soll Mitte 2007 sein.) Bereits für Dezember kündigt die S-Bahn Hamburg Unregelmäßigkeiten auf der Linie S21 wegen "Umbau der Haltestelle Reinbek" an. Doch ein Grund zur Freude ist dies nicht unbedingt, schaut man sich einmal die momentane und voraussichtlich auch endgültige Planung der Deutschen Bahn AG an:

Bahnhof Reinbek
Plan des zukünftigen s-Bahn-Haltepunktes Reinbek. Zum Vergrößern bitte anklicken


Statt der breiten und hellen Rampe in die Unterführung wird die Zuwegung wieder über etliche Stufen in einen nur noch drei statt ursprünglich fünf Meter breiten Tunnel erfolgen; die Ladenzeile mit Blumenladen, Kiosk, und Bahn-Service-Store wird komplett entfallen. Ein Toilettenhäuschen und eine "Fahrradstation" werden die einzigen Gebäude sein, die der neue Haltepunkt aufweisen kann. Somit entfällt die Möglichkeit, sich vor der Bahnfahrt mit Zeitungen, Getränken oder Eis zu versorgen.

Das üppig geplante Vordach zum Schutz vor Regen beim Warten auf den Bus fällt ebenfalls knapper aus, da der Schutz durch die rückwärtigen Gebäude entfällt. Somit wird der Reinbeker Bahnhof die schlechteste Infrastruktur der drei "neuen" Bahnhöfe Reinbek, Wohltorf und Aumühle bekommen, obwohl Reinbek mehr als dreimal so viele Einwohner hat wie Wohltorf und Aumühle zusammen.

Einziger Trost: Es wird zwei Fahrstühle geben, die es mobilitätseingeschränkten Fahrgästen erlauben, die Bahn zu benutzen. Außerdem wird es eine Verlängerung des Tunnels bis zur Ladestraße (Schloß, Juz) und den dortigen P&R-Plätzen geben. Somit rücken Schloß und Juz ein Stückchen näher an Reinbek heran.

UPDATE: In der letzten Woche hat der oberste Vorstand der Deutschen Bahn AG die Entscheidung über den Bau des Bahnhofs vertagt, da die Planung den o.g. "Tunneldurchstich" zur Ladestraße beinhaltet. Hiermit sei eine Reduzierung der Geschwindigkeit für Hochgeschwindigkeitszüge auf der Strecke Hamburg - Berlin während der Bauarbeiten verbunden, was dazu führt, daß die angepeilte Fahrzeit von 93 Minuten zwischen Hamburg und Berlin um einige Minuten höher liegen würde.



Das heutige Bahnhofsgebäude


Bald Geschichte: Der Kiosk


Ursprüngliche Planung