AUSBAU EINER INTAKTEN STRASSE WICHTIGER ALS BILDUNG

Unfaßbar, was auf der letzten Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurde:
Trotz der zu erwartenden Neuverschuldung der Stadt Reinbek in Höhe von 3,3 Millionen Euro (!) wurde dem Antrag der SPD-Fraktion, die Staße "Am Sportplatz" zwischen den Reinbeker Stadtteilen Neuschönningstedt und Ohe auszubauen, mehrheitlich zugestimmt.

Die SPD-Fraktion, die keinerlei Bedenken hat, die Finanzierung für Volkshochschule und Musikschule drastisch zu kürzen, um die besagte Straße für 150.000,-€ auszubauen, argumentiert für den Ausbau und Rückverbreiterung mit dem "immensen LKW-Verkehr", den die in Ohe ansässige Bismarck'sche Kornbernnerei Gut Schönau verursachen soll, wobei angemerkt werden muß, daß es sich hierbei um ein bis zwei LKW pro Woche handelt. Außerdem steht einem über 60jährigen SPD-Abgeordneten aus Ohe "der Angstschweiß auf der Stirn, wenn ihm auf der Straße jemand entgegenkommt".

Diese Argumente sind absolut haltlos, zumal sich die Straße in einem relativ guten Zustand befindet und selbst die VHH (Betreiber der Reinbeker Buslinien) vor etwa zwei Monaten in einem anderen Zusammenhang anmerkte, daß die Straße zwar schmal, aber von der Beschaffenheit her in einem guten Zustand und aufgrund des geringen Verkehrs bustauglich sei.

Am Sportplatz  Am Sportplatz  Am Sportplatz  Am Sportplatz  Am Sportplatz



Straße Am Sportplatz

Die Straße "Am Sportplatz":

Die Straße, auf welcher es trotz fehlender Fahrbahnmarkierungen, unbefestigtem Seitenstreifen und bisher nicht vorhandenem Tempolimit in den letzten fünf Jahren zu keinem einzigen Zwischenfall gekommen ist, befindet sich von der Oberfläche her in einem guten Zustand und dient in erster Linie den rund 1.000 Einwohnern des Stadtteils Ohe als Verbindungsstraße Richtung Neuschönningstedt und zur Autobahn Richtung Hamburg. Aufgrund der Randlage des Ortsteils Ohe gibt es praktisch keinen Durchgangsverkehr.

Vor etwa zwei Monaten (zeitgleich mit Bekanntwerden des SPD-Antrags) wurde nun "aus Gründen der Sicherheit" damit begonnen, die seitliche Banquette durch das Errichten von Begrenzungspfosten unbrauchbar zu machen, wodurch die Straße nun über eine durchgehende Breite von 5,10m verfügt; genug Platz für zwei PKW, sich zu begegnen. Zusätzlich wurde auf dieser etwa zwei Kilometer langen schnurgeraden Straße das Tempo wegen angeblichen "Straßenschäden" auf stellenweise 50km/h begrenzt.

Das ist mal wieder typisch für den Umgang mit Steuergeldern in einer Kommune, die so hoch verschuldet ist, daß sie nicht einmal in der Lage ist, die Gelder für die anfallenden Kreditzinsen zu begleichen. Eine Kürzung bei den Geldern für die Volkshochschule ist in den Augen der SPD unumgänglich, da wir sparen müssen, aber im nächsten Atemzug 150.000,-€ als zusätzliche Ausgabe für eine ursprünglich nie vorgesehene und absolut nicht notwendige Maßnahme zu fordern und zu bewilligen ist unverantwortlich. Da fragt man sich zu recht, ob die SPD überhaupt noch das Recht hat, den Buchstaben "S" in ihrem Parteienkürzel tragen zu dürfen.